Systemische und pulmonäre Gefässerkrankungen bei Kindern, die durch assistierte Reproduktionstechnologie (ART) gezeugt wurden

Sep 25, 2012 | Allgemeines, News

 
Die ART (in-vitro Fertilisation [IVF] und inrazytoplasmatische Spermatozoen-Injektion [ICSI) bedingt bekanntlich die Manipulation von Embryos zu einem Zeitpunkt, bei dem sie auf äussere Einflüsse besonders empfindlich reagieren. Umwelteinflüsse während der embryonalen und fetalen Entwicklung erhöhen die individuelle Empfänglichkeit für cardiovasculäre Erkrankungen, was zu Bedenken bezüglich potentieller Langzeiteffekte bei durch ART gezeugten Kindern führt.
In einer Studie von U. Scherrer et al. (Ref. 1) an insgesamt 65 nach ART geborenen Kindern und 57 Kontrollen wird diese Hypothese untermauert. Dabei werden parentale Faktoren ausgeschlossen. Es scheint sich hier um die klinische Manifestation von epigenetischen Effekten auf die Gametogenese, die Fertilisation und die frühe embryonale Entwicklung zu handeln. Für diese Theorie spricht auch die Beobachtung, dass ART bei Mäusen das Methylierungsmuster von Genen im Gefässsystem verändert und zur vasculären Dysfunktion führt. In diesem experimentellen System kann man letztere Komplikationen durch Änderung der in-vitro Kulturbedingungen für die ART verhindern.
 
Trotz der statistisch guten untermauerten Daten ist diese Hypothese nicht unumstritten, und die Arbeit von U. Scherrer et al. wird in einem, im gleichen Heft von Circulation erschienenen Editorial (Ref. 2) ausführlich diskutiert.
 
Ref.1:
(1) U. Scherrer et al.
Systemic and Pulmonary Vascular Dysfunction in Children Conceived by Assited Reproductive Technologies
Circulation125(15):1890-1896 (2012)
(2) D. Celermajer
Manipulation Nature: Might There Be a Cardiovascular Price to Pay for the Miracle of Assisted Conception?
Circulation 125: 1832-1834 (2012)