Weil jetzt so viel von den Bienen die Rede ist: Koffein fördert das Gedächtnis von Bienen!

Mai 15, 2013 | Allgemeines, News

Pollinationssysteme sind biologische Märkte, wo Besucher bestimmter Blüten (z.B. Bienen) aufgrund von deren Qualität auswählen, wie z.B. ihres Zuckergehalts oder der Menge von Nektar pro Blüte.
Auf der anderen Seite treten die Pflanzen selbst in einen Wettbewerb um die Pollinatoren (Bestäuber) und preisen ihr Produkt durch ein farbenprächtiges Erscheinungsbild und bestimmte Gerüche an. Eine besondere Herausforderung dieser floralen Reklame ist es nun, dass die Signale von Pflanzen für die Bestäuber nicht nur attraktiv sein müssen, sondern dass sich letztere an diese Signale auch erinnern: Je spezifischer ein Blütensignal ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass es sich die Bestäuber merken. Das bedeutet wiederum, dass die Bestäuber mehr Blüten dieser bestimmten Pflanzenart besuchen und andere Bewerber ignorieren werden.
In einer kürzlich erschienenen Arbeit berichten G.A. Wright et al., dass manche Pflanzen auf diesem kompetitiven Markt anscheinend dadurch einen unfairen Wettbewerbsvorteil erlangen, indem sie das Gedächtnis von Bienen durch die Produktion psychoaktiver Substanzen (Koffein) in Pollen manipulieren.
 
P.S.: Wie ich soeben von berufener Seite höre, tut der Zusatz von Kaffesud zu Blumenerde den Pflanzen anscheinend gut, d.h. man kann zwischen einer aktiven und passiven Koffein-Supplementierung unterscheiden.
 
 
Ref.:
G.A. Wright et al.
Caffeine in Floral Nectar Enhances a Pollinator’s Memory of Reward
Science 339 (6124): 1202-1204