IMMUNDIAGNOSTIK
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NEUIGKEITEN
Lektionen vom Studium der Immunabwehr von Fledermäusen – einem einmaligen viralen Reservoir
In den letzten Jahren sind bekanntlich viele Ausbrüche von Viruserkrankungen aufgetreten, deren Erreger von Fledermäusen als primären Wirten stammen. Dazu zählen Hendra, Nipha, Marburg und...
Analyse von Autoantikörpern gegen Zink Transporter 8 (ZnT8) bei Verdacht auf Diabetes Mellitus Typ I
Diabetes mellitus Typ I ist grundsätzlich eine durch cytotoxische T Zellen vermittelte Zerstörung der Beta-Zellen des endokrinen Pancreas. Erst nach Ausfall von 70% der Beta-Zellmasse kommt es zu...

Überblick über die Pathophysiologie des Immunsystems
Prinzipiell kann man zwischen dem angeborenen (engl.innate) und dem adaptiven Immunsystem unterscheiden.
Die Abwehrmechanismen der angeborenen Immunität sind bekanntlich sofort verfügbar, das adaptive Immunsystem wird erst etwas später aktiviert, ist aber weitaus spezifischer und effizienter.
Angeborene Immunität |
Zu den angeborenen immunologischen Abwehrmechanismen gehören bestimmte humorale Faktoren, wie das Lysozym in der Tränenflüssigkeit, die akute Phase-Proteine, die Komponenten des Komplementsystems im Serum, bestimmte Zytokine, etc. Zu den zellulären Komponenten des angeborenen Immunsystems zählen die Granulozyten, Monozyten und Makrophagen, dendritsche Zellen, sowie T-Zell ähnliche lymphozytäre Subpopulationen, die NK und NKT-Zellen |
Adaptive Immunität |
Adaptive Immunreaktionen werden ebenfalls durch humorale und zelluläre Faktoren vermittelt. Zu ersteren gehören die Immunglobuline (Antikörper) und diverse Zytokine, zu letzteren die B-Zellen und T-Zellen. Gemeinsam erlauben diese Faktoren die Umsetzung von drei Funktionen:
Ein spannendes Gebiet in der Pathogenese von (auto-)immunologischen Erkrankungen ist die Schnittstelle zwischen angeborener und adaptiver Immunität. |

Für die Immundiagnostik relevante Krankheitsgruppen
Bei Immunmangelerkrankungen kann man prinzipiell angeborene und erworbene unterscheiden.
Immunmangelerkrankungen |
In Bezug auf das adaptive Immunsystem kann sowohl der humorale (B-Zellen) als auch der zelluläre (T-Zellen) Anteil betroffen sein. Angeborene Immundefekte sind relativ selten und werden meist bereits im Kindesalter diagnostiziert. Erworbene Immundefekte, wie das erworbene Immunmangelsyndrom (AIDS) oder -noch relevanter- der iatrogene Immunmangel durch die Verabreichung von Steroiden oder anderen immunsuppresiven Medikamenten, sind viel häufiger. |
Immunologische Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien, Autoimmunerkrankungen, Abstoßungen) |
In Bezug auf immunologische Überempfindlichkeitsreaktionen unterscheidet man fünf Typen, und zwar: Typ I: IgE-mediierte Allergien Typ II: Erkrankungen, die durch zytotoxische, Komplement-bindende Antikörper (IgG, IgM) bzw. eine sogenannte antikörperabhängige zelluläre Zytotoxitität (antibody-dependent cellular cytotoxicity - ADCC) bedingt sind, wie z.B. das Goodpasture-Syndrom, bullöse autoimmune Dermatitiden, die Myasthenia gravis, etc. Typ III: Dabei handelt es sich um Immunkomplexerkrankungen, die durch zirkulierende bzw. in bestimmen Organen abgelagerte Komplexe, bestehend aus exogenen oder endogenen Antigenen, Antikörpern und Komplement, verursacht werden. Durch exogene Antigene induzierte Immunkomplexerkrankungen sind z.B. solche im Rahmen von Infektionen, die Farmerlunge, etc. Immunkomplexerkrankungen aufgrund einer Immunreaktion gegen autologe Antigene treten beispielsweise im Rahmen eines systemischen Lupus erythematosus (SLE) oder eines Anti-Phospholipid-Antikörper-Syndroms (APS) auf. Typ IV: Dabei handelt es sich um T-Zell bedingte Erkrankungen, wie die Hautexantheme bei Virusinfektionen (z.B. Röteln), die Kontaktdermatitis (z.B. Nickelallergie), die Allotransplantatabstoßungs- und die Transplantat-gegen-Wirt (graft-versus-host) Reaktion. Typ V: Das sind Erkrankungen, die durch den Effekt von stimulierenden, gegen Hormonrezeptoren gerichteten, nicht zytotoxischen, Autoantikörpern bedingt sind, wie z.B. die anti-TSH-Rezeptor Autoantikörper bei Patienten mit M. Basedow. Krankheiten, die in diese verschiedenen Klassifikationstypen fallen, werden in unserem Labor diagnostiziert, wobei aufgrund unserer wissenschaftlichen Expertise ein besonderes Augenmerk auf die Diagnose von Autoimmunerkrankungen gelegt wird. |
