IMMUNDIAGNOSTIK

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769: Eine Impfung gegen Multiple Sklerose

Bei der multiplen Sklerose (MS) und ihrem experimentellen Pendant, der experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis (EAE) bei Versuchstieren (v.a. der Maus), spielen autoreaktive T-Effektorzellen...

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Überblick über die Pathophysiologie des Immunsystems

Dr.Wick Labor in Innsbruck, Corona Impfungen und Tests in Innsbruck

Prinzipiell kann man zwischen dem angeborenen (engl.innate) und dem adaptiven Immunsystem unterscheiden.

Die Abwehrmechanismen der angeborenen Immunität sind bekanntlich sofort verfügbar, das adaptive Immunsystem wird erst etwas später aktiviert, ist aber weitaus spezifischer und effizienter.

Angeborene Immunität

Zu den angeborenen immunologischen Abwehrmechanismen gehören bestimmte humorale Faktoren, wie das Lysozym in der Tränenflüssigkeit, die akute Phase-Proteine, die Komponenten des Komplementsystems im Serum, bestimmte Zytokine, etc. Zu den zellulären Komponenten des angeborenen Immunsystems zählen die Granulozyten, Monozyten und Makrophagen, dendritsche Zellen, sowie T-Zell ähnliche lymphozytäre Subpopulationen, die NK und NKT-Zellen

Adaptive Immunität

Adaptive Immunreaktionen werden ebenfalls durch humorale und zelluläre Faktoren vermittelt. Zu ersteren gehören die Immunglobuline (Antikörper) und diverse Zytokine, zu letzteren die B-Zellen und T-Zellen. Gemeinsam erlauben diese Faktoren die Umsetzung von drei Funktionen:

 
1. Fähigkeit zur Unterscheidung von "Selbst" und "Nicht-Selbst"
2. Spezifität
3. Erinnerungsvermögen


Bei angeborenen Immunreaktionen fehlen die Funktionen (1) und (3). Lange Zeit glaubte man, dass die angeborenen Abwehrmechanismen keine Spezifität (2) zeigen. Heute weiß man allerdings, dass es auf Zellen des angeborenen und adaptiven Immunsystems Rezeptoren gibt, die sogenannten Toll-like-receptors (TLR), die beispielsweise Oberflächenanteile von verschiedenen Bakterien diskriminieren können.

Ein spannendes Gebiet in der Pathogenese von (auto-)immunologischen Erkrankungen ist die Schnittstelle zwischen angeborener und adaptiver Immunität.

Für die Immundiagnostik relevante Krankheitsgruppen

Bei Immunmangelerkrankungen kann man prinzipiell angeborene und erworbene unterscheiden.

Immunmangelerkrankungen

In Bezug auf das adaptive Immunsystem kann sowohl der humorale (B-Zellen) als auch der zelluläre (T-Zellen) Anteil betroffen sein. Angeborene Immundefekte sind relativ selten und werden meist bereits im Kindesalter diagnostiziert. Erworbene Immundefekte, wie das erworbene Immunmangelsyndrom (AIDS) oder -noch relevanter- der iatrogene Immunmangel durch die Verabreichung von Steroiden oder anderen immunsuppresiven Medikamenten, sind viel häufiger.

Immunologische Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien, Autoimmunerkrankungen, Abstoßungen)

In Bezug auf immunologische Überempfindlichkeitsreaktionen unterscheidet man fünf Typen, und zwar:

Typ I: IgE-mediierte Allergien

Typ II: Erkrankungen, die durch zytotoxische, Komplement-bindende Antikörper (IgG, IgM) bzw. eine sogenannte antikörperabhängige zelluläre Zytotoxitität (antibody-dependent cellular cytotoxicity - ADCC) bedingt sind, wie z.B. das Goodpasture-Syndrom, bullöse autoimmune Dermatitiden, die Myasthenia gravis, etc.

Typ III: Dabei handelt es sich um Immunkomplexerkrankungen, die durch zirkulierende bzw. in bestimmen Organen abgelagerte Komplexe, bestehend aus exogenen oder endogenen Antigenen, Antikörpern und Komplement, verursacht werden. Durch exogene Antigene induzierte Immunkomplexerkrankungen sind z.B. solche im Rahmen von Infektionen, die Farmerlunge, etc. Immunkomplexerkrankungen aufgrund einer Immunreaktion gegen autologe Antigene treten beispielsweise im Rahmen eines systemischen Lupus erythematosus (SLE) oder eines Anti-Phospholipid-Antikörper-Syndroms (APS) auf.

Typ IV: Dabei handelt es sich um T-Zell bedingte Erkrankungen, wie die Hautexantheme bei Virusinfektionen (z.B. Röteln), die Kontaktdermatitis (z.B. Nickelallergie), die Allotransplantatabstoßungs- und die Transplantat-gegen-Wirt (graft-versus-host) Reaktion.

Typ V: Das sind Erkrankungen, die durch den Effekt von stimulierenden, gegen Hormonrezeptoren gerichteten, nicht zytotoxischen, Autoantikörpern bedingt sind, wie z.B. die anti-TSH-Rezeptor Autoantikörper bei Patienten mit M. Basedow.

Krankheiten, die in diese verschiedenen Klassifikationstypen fallen, werden in unserem Labor diagnostiziert, wobei aufgrund unserer wissenschaftlichen Expertise ein besonderes Augenmerk auf die Diagnose von Autoimmunerkrankungen gelegt wird.