Komplement (Abk. C)

Okt 2, 2012 | Immundiagnostik, News

 
C ist ein System bestehend aus einer Reihe von ca. 30 Proteinen, davon neun Hauptfaktoren (C1C9) mit Enzymcharakter, die sich nacheinan­der in Form einer „Kaskade“ aktivieren und schliesslich zu bestimmten biologischen Effek­ten, letztendlich auch zur Schädigung von Zell­membranen, führen. Die Proteine des Komplementsystems machen ca 4% des Serumproteingehalts aus. Das System funktio­niert in Art eines Dominospiels, d.h. wenn die erste Komponente aktiviert wird, führt dies zur Aktivierung mehrerer folgender Kompo­nenten mit einem unverhältnismässig grossen Endeffekt, weswegen man es auch zu den kör­pereigenen

 „ Amplifikationssystemen“ zählt.
Grundlegende Funktionen:

  1. Wichtig für die Abwehr von Bakterien, Viren, Parasiten, etc.
  2. Bedeutende Rolle beim Entzündungs­pro­zess und den damit zusammen­hän­genden Gewebsschädigungen (Anteil der ange­borenen, unspezifischeninnateAbwehr)

              Das Komplementsystem kann auf drei ver­schie­denen Wegen aktiviert werden, und zwar:
 
–      Klassischer Weg: über Antigen-Antikörper (AG-AK) Komplexe, die zunächst C1 binden und aktivieren (Erkennungs­ein­heit), dann zur Aktivierung der nächsten Faktoren C4, C2 und C3 führt (Akti­vierungseinheit) und schliesslich zur Akti­vierung und Komplexierung von C5C9, mit dem Endpunkt der Lyse der Zielzellen (Effektoroder lytische Einheit)
 
–      Bei der Komplementaktivierung über den Nebenschlussweg (Alternativweg) wird direkt C3 gespalten und aktiviert, ohne dass AG-AK Komplexe im Spiel sind. Die Aktivierung über den Nebenschlussweg kann über verschiedenste Agentien erfol­gen, wie Schlangengift, Zymosan, Rönt­gen­kontrastmittel, aggregierte Immunglo­buline ohne Antigen, etc.
 
–      Eine Komplementaktivierung kann auch über den sogenannten Lektinweg erfolgen, wobei Mannosereste an der Oberfläche von Bakterien an ein bestimmtes Plasma­pro­tein binden, das dann die Bildung einer C3 Konvertase aus C4 und C3 bewirkt.
 
Bei Bedarf kann in unserem Labor die Aktivierung des Komplementsystems über einen oder mehrere dieser 3 Wege bestimmt werden.