Beitrag 4 – Unverträglichkeiten gegen Nahrungsmittel

Nahrungsmittelunverträglichkeiten (NMU, auch als Nahrungsmittelintoleranzen bezeichnet) umfassen prinzipiell sowohl allergische als auch nicht-allergische Formen. In der Literatur sowie in unseren Beiträgen wird der Begriff allerdings nur für die nicht-allergischen Ausprägungen verwendet.

Anders als bei Allergien besteht bei NMU kein eindeutiger Pathomechanismus, sondern es spielen mehrere Faktoren zusammen und erzeugen vielseitige Symptome.  Diese entstehen nicht sofort und auch nicht bei bereits kleinen Mengen von auslösenden Nahrungsbestandteilen, sondern treten häufig verzögert nach der Nahrungsaufnahme (zum Beispiel erst nach Stunden am Nachmittag) auf. Zudem sind NMU dosisabhängig, das heißt, kleine Mengen erzeugen mildere Symptome als große Nahrungsportionen. NMU sind selten lebensbedrohlich, können jedoch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

 

Man unterscheidet folgende Formen der Nahrungsmittelunverträglichkeiten:

  1. Enzymatische (metabolische) Intoleranz:

Ein Mangel oder eine Fehlfunktion von Verdauungsenzymen verhindert den ordnungsgemäßen Abbau bestimmter Nahrungsbestandteile.

Beispiele: Laktose- oder Fruktoseintoleranz (auch genannt Malabsorption)

  1. Pharmakologische Intoleranz:

Reaktion auf natürlich vorkommende chemische Substanzen in Lebensmitteln, die wie Arzneimittel wirken.

Beispiele: Histamin oder Tyramin in gereiftem Käse und Wein; Koffeinempfindlichkeit

  1. Toxische oder Chemische Intoleranz:

Reaktion auf Schadstoffe oder Zusatzstoffe wie Sulfite, Mononatriumglutamat (Monosodiumglutamate – MSG) oder Lebensmittelfarbstoffe.

Beispiele: Sulfitinduzierte Asthmaanfälle; MSG bedingte Kopfschmerzen (sog. China Restaurant – Kopfschmerzen)

  1. Undefinierte („idiosynkratische“) Mechanismen:

Für einige Reaktionen gibt es -möglicherweise aufgrund veränderter Darm-Hirn-Signalübertragung, Unterschieden im Mikrobiom oder genetischer Faktoren- keine klare Erklärung.

 

Leukozyten, Antikörpern und dem Mikrobiom werden bei NMU wohl eine Rolle zugewiesen, allerdings ist nicht bekannt, wann und zu welchem Ausmaß sich diese entfalten bzw. ob sie überhaupt nur ein Begleitphänomen darstellen. Das bedeutet in weiterer Folge, dass ihr Nachweis durch Labortests fachlich gut interpretiert werden muss. Meist ist die Aussage eher allgemein und führt zu einer individuell gestalteten Darmsanierung und -am wichtigsten- zu einer gezielten Vermeidung der betroffenen Nahrungsmittel.

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