Beitrag 1: Grundprinzipien der Immunologie
Die Immunologie beschäftigt sich grundsätzlich mit der Abwehr von Infektionen. Darüber hinaus sorgt das Immunsystem für die Vermeidung von Allergien und Autoimmun-Erkrankungen. Folgende Abbildung stellt links in Weiß die normale Funktion des Immunsystems dar, rechts in Magenta die Erkrankungen bei dessen Funktionsverlust.
(1) Linker Rahmen in Weiß: normale Immunreaktion
1. Spalte: Das angeborene, sofort verfügbare Immunsystem besteht aus unspezifisch tätigen Abwehrzellen und vor Infektionen schützenden Molekülen. Wenn die Eliminierung von in den Körper eingedrungenem infektiösem oder nicht infektiösem Antigen (AG) bzw. Fremdkörper durch das angeborene Immunsystem erfolgreich war, ist der Abwehrprozess hier beendet. Wenn nicht, tritt das effizientere adaptive Immunsystem in Kombination mit dem weiterhin funktionierenden angeborenen Immunsystem in Aktion.
2. Spalte: Das adaptive Immunsystem hat drei wichtige Eigenschaften: (a) es kann körpereigenes von körperfremdem Material (Antigene – so bezeichnet, weil sie eine Immunreaktion generieren können) unterscheiden; (b) es ist hochspezifisch (eine Impfung gegen Masern schützt nur gegen Masern, aber nicht gegen Keuchhusten); (c) es „erinnert“ (Engl. Memory) sich an frühere Kontakte mit einem Antigen (z.B. einer Infektion oder Impfung) und kann bei der nächsten Konfrontation mit dem gleichen Antigen viel schneller und effektiver reagieren als beim ersten Mal. Auch hier gilt die Regel, dass die Eliminierung des in Frage stehenden Antigens den Abwehrprozess beendet.
(2) Rechter Rahmen in Magenta: immunologisch bedingte Krankheiten (Immunpathologie)
Wenn die Eliminierung von Antigenen durch das angeborene und adaptive Immunsystem erfolglos war, kann es zur Entwicklung von Erkrankungen kommen:
3. Spalte: bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem zu sog. Immunmangel-Erkrankungen (z.B. chronische Infektionen, AIDS, Tumoren).
4. Spalte: bei Menschen mit einem fehlgeleiteten, hyperreaktiven Immunsystem zu sog. immunologischen Überempfindlichkeitsreaktionen, die in 5 Klassen eingeteilt werden.
In den nächsten Beiträgen dieser Serie werden wir uns ausführlich dem Thema Allergie widmen.
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